Eine Zugreise in 5 Akten

Wollen Sie wirklich mit dem Zug gehen?

Nachdem ich den Consierge in der Schalterhalle überzeugt hatte, dass man meine Reise nicht am Automaten und auch nicht online buchen kann, zog ich ein Ticket für eine persönliche Beratung. Die Wartezeit hielt sich in Grenzen, offensichtlich lohnt sich der Einsatz eines Bedürfnisabklärers. Am Schalter erkläre ich also kurz die Eckdaten meiner Reise und frage welches Ticket und welche Reservationen er mir denn empfehle. Die Antwort kam etwas überraschend: „Wollen Sie wirklich mit dem Zug reisen? Fliegen wär bedeutend günstiger und einfacher.“

Ich danke für die Nachfrage und bin dann doch etwas konsterniert, zumal ich ja die Verbindung selbst vorher rausgesucht habe und mir die Umstände sehr wohl bekannt sind. Er erklärte mir dann, dass ich noch zu früh dran bin und die Züge in Frankreich und in Portugal noch nicht gebucht werden können.

Die Reise gemäss SBB Portal:

Zugreise Verbindung von St. Gallen nach Portimao (PT)

Besuch 2: Ausbildung am Praktischen Beispiel

Zum vorgeschlagenen Zeitpunkt bin ich dann wieder via Concierge am Schalter gelandet. Dieses Mal hatte ich einen Jackpot. Es war ein Lehrling und ich dachte mir, toll: 1. der kennt vielleicht aus eigener Erfahrung (weil Ferrophil und so) ein paar Tricks und 2. wird er von einer Aufsichtsperson betreut (die ja hoffentlich ordentlich viel Erfahrung am Schalter mitbringt).
Es kam dann anders und nach längerem hin und her haben die beiden dann rausgefunden, dass es meine Verbindung nicht (mehr) gebe und ich eine andere Verbindung suchen muss. Netterweise haben sie mir diese dann noch rausgesucht mit der Zusatzinfo, dass man diese Reise ebenfalls noch nicht buchen/reservieren kann. Danke, tschüss.


In Klosters wird ihnen geholfen.

Mein Wille wird mit jedem Rückschlag stärker, diese Reise erst recht genau so durchzuziehen. Auf Empfehlung hin versuche ich es mal an einem anderen Bahnschalter, vielleicht sind ja die St.Galler nicht so internationale Zugreisende. Zufällig bin ich in Klosters und dort gibt es ein Reisezentrum der RhB. Ohne Concierge und Nümmerli komm ich direkt zur Beraterin mit bündner Stimme. Sie freut sich über den aussergewöhnlichen Auftrag und legt sich ordentlich ins Zeug. 20min später hab ich einen Interrail-Pass (Ticket) und etwas 2/3 der benötigten Reservationen. Das ist doch schonmal etwas.


Ein Ticket erlaubt noch lange keine Reise; Reservationen

Einen weiteren Zug (TGV) kann ich dann tatsächlich per Telefon reservieren. Ich muss das Ticket aber am Schalter abholen und bezahlen. Gut damit kann ich leben. Als ich am Schalter aber meine Fall-Nummer angebe, staunte die Beraterin nicht schlecht über den Preis (0 CHF) für die TGV-Reservation. Sie telefoniert “nach Bern” und es scheint da ein Missverständnis zu geben. Die Reservation ist dann doch etwas mehr als 0 CHF.

Es scheint alles geklappt zu haben, fehlt nur noch die Nachtzug Reservation für die Rückreise.


Und übrigens, ich möchte mit dem Fahrrad reisen. 

Zum (hoffentlich) letzten Mal wage ich mich in die Schalterhalle der SBB in St.Gallen. Mit dabei die Reisedokumente und Fahrpläne der RhB und SBB. Die letzte Reservation klappt dann auch ordentlich schnell, ich bezahle und bedanke mich und lass in einer Randbemerkung noch fallen, dass ich mit dem Velo (eingepackt, in einer Tasche, siehe Bild unten) reisen werde. Das Herz der Reiseberaterin ist einen kurzen Moment stehen geblieben. Sie erklärt mir, dass der Transport nicht möglich sei und das in Nachtzügen sowieso nicht. Zum Glück habe ich das aber schon mit Berater 1, 3 und 4 abgeklärt. Sofern das Fahrrad eingepackt ist, gilt es als Gepäckstück und kann sogar in Nachtzügen mitgeführt werden. Mal sehen wie das rauskommt.

Reisegepäck, einen Rucksack und ein Fahrrad verpackt in einer Tasche

Bist du ein Excel-Hacker?

Nein! Aber das war die Frage eines Freundes ob ich sowas hier für den Sportunterricht nachbauen kann: Make a Stopwatch in Excel using VBA  (YouTube)

Das sieht dann ungefähr so aus:

Ich bin 1. kein VBA-Hacker (und Fan) und 2. erinnert mich das so an eine Fake-Informatik-Unterricht-Aufgabe aus dem Jahr 1995. Aber weil man mit Office for Mac 2016 tatsächlich auch VBA programmieren kann, hab ichs versucht. Voila: das File gibt es hier zum Download (mit Original-Makro-Warnung beim Öffnen des Excel)


Packliste für Velo-Touren

Es geht wieder weiter mit Velo. Eine Reise durch Europa, zu viert mit dem Papalagi,  für die Planung haben wir eine Packliste für Velo-Touren erstellt. Vielleicht hilft das ja jemandem:


Ode an den Papalagi

Eine Freundin hat mich um Rat gebeten, was ich denn von meinem Tourenvelo so halte und was ich empfehlen würde. Vielleicht hilft es sonst noch jemandem beim Kaufentscheid.

Ich wollte ein Tourenvelo für lange Touren unter extremen Bedingungen wie z.B. Hitze, Kälte und Nässe. Nach einigen Internet-Recherchen bin ich auf die Marke Tout Terrain gestossen und konnte das Silkroad bei Velo Plus probefahren. Ein tolles Rad. Ich musste mir aber trotzdem noch ein CH-Konkurrent anschauen und bin auf die MTB Cycletech gestossen. Verarbeitung und Rahmenbauart überzeugten mich noch mehr wie beim TT. Der Typ war schnell klar, es muss ein Papalagi sein. Auch wenn Tool / Amar etc. sehr gute Räder sind, die Geschichte vom unveränderten Rahmen, der seit Jahren genau so verbaut wird, hat mich überzeugt. Wenn ich jetzt nochmals die Wahl hätte, würd ich wohl den Papalagi Titan nehmen, ich habe mich aber damals für die Pinion P1.18 Entschieden weil ich es einfach geil fand, dass jemand den Mut hat ein Getriebe (aus dem Hause Porsche) in ein Fahrrad zu verbauen. Die Testfahrt war umwerfend, das Schaltspektrum extrem gross und die Schaltung präzise, schnell und durchgängig ohne zu treten. Ich habe bis jetzt zwei grössere Touren gemacht (>1’000km) und nie ein Problem mit der Schaltung gehabt. Der Grund warum ich es nicht mehr kaufen würde ist einerseits der Laufwiderstand des Getriebes, den spürt man hald doch bei vielen Kilometern und andererseits der hohe Preis. Ich hab die Pinion leider mit Kette, da es für meinen Rahmen keine Riemenversion gab. Das ist etwas blöd weil der Vorteil der Pinion wär ja gerade, dass man keine Kette verwenden muss. Weiter habe ich eine breitere Bereifung und kleineren Räder dran, beides macht natürlich den Papalagi nicht schneller aber eben robuster. Das merkt man wirklich beim Fahren, insgesamt ein hoher Rollwiderstand aber ein stabiles und dauerhaftes Fahrrad. Bei den Bremsen würde ich keine Kompromisse machen, bei so viel Gewicht gibt es nur Scheibenbremsen und auch das bereu ich keine Sekunde. Die Abfahrten mit Vollgepäck nimmst du einfach gelassener, wenn du weisst, dass da was greift.


Mais

Es keimt dort in der Erde
ein Maiskorn, winzig klein,
dass es ein Pflänzchen werde
es ist niemals allein.

In Reih und Glied so steht es,
peinlich genau am Ort,
ganz still im Winde weht es,
mit andern Pflänzchen dort.

Gar viele grüne Blätter,
die färben dort das Feld,
sie lieben jedes Wetter,
beatmen nun die Welt.

Schon bald scheint es so golden,
aus dem grünen Feld hinaus,
es wächst hoch in den Himmel,
von unten staunt die Maus.

Bald ist es reif zur Ernte,
doch bevor der Bauer kommt,
und Schädlinge noch entfernte,
es sich in der Sonne sonnt.

Es ist der Tag gekommen,
denn du hast nur einen Zweck,
du wirst bald mitgenommen,
und ganz entfernt vom Dreck.

Hausgrosse Maschinen fahren auf,
das letzte Stündlein hat geschlagen,
es raubt der letzte schnauf,
Der Mais landet im Magen.

Ein Gedicht zum aktuellen Experiment von land essender